«L’ultim rumantsch» erneut nah an der Realität
Mit Spannung wurde die zweite Staffel der RTR-Serie «L'ultim rumantsch» erwartet. Diese haben die Verantwortlichen nun sogar mit Leichtigkeit noch übertroffen.
Es sind längst keine goldenen Zeiten mehr für Medienschaffende. Das merkt auch die fiktive Familie Durisch. Während Gion und Andrietta gegen eine Fremdübernahme ihres Medienhauses kämpfen, bringt Ladina dunkle Familiengeheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht. Die Familie droht an sich selbst zu zerbrechen und muss sich neu aufstellen, um als Mediendynastie an der Macht zu bleiben. Die zweite Staffel der Serie von RTR ist auch dieses Mal wieder beängstigend nah am Puls der Zeit. Das zeigen nicht nur die Egokämpfe zwischen den Erben, sondern auch die sinkenden Abozahlen bei allen Printtiteln und die immer stärker werdende Macht von Geldgebern. Zu überleben und dabei das eigene Gesicht zu wahren, scheint die Herkulesaufgabe schlechthin für Medienunternehmen zu sein. Imposant ist aber auch die rasante Erzählweise, die man sonst eher von Netflix-Produktionen kennt. Die Besetzung ist grandios, was nicht nur daran liegt, dass hin und wieder auch ein bekanntes Gesicht auftaucht. Alles in allem wurde die Messlatte für Produktionen aus Graubünden nochmals ziemlich hoch gesetzt. Einzig ein wenig schade ist, dass in Medienkreisen momentan fast mehr über die parallel erschienene Somedia-Dokumentation gesprochen wird und die grandiose Serie somit das Rampenlicht ein wenig teilen muss.