Veränderungen in der regionalen Holzverwendung in Graubünden
Die neue Holzflussstudie Graubünden für das Jahr 2022, veröffentlicht im Herbst, liefert aufschlussreiche Erkenntnisse zur Situation der Bündner Wald- und Holzwirtschaft. Repräsentative Betriebe wurden zu ihren verarbeiteten Holzmengen befragt, um Entwicklungen sichtbar zu machen und Handlungsfelder zur Stärkung der Branche zu identifizieren. Die gesunde Entwicklung der Wald-, Forst- und Holzwirtschaft steht dabei in engem Zusammenhang mit den Chancen und Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Das Holzfluss-Diagramm Graubünden 2024 zeigt, dass im Jahr 2024 insgesamt 372’000 Kubikmeter Holz geerntet wurden – exakt gleich viel wie 2022. Erstmals separat erfasst wurden die Produktionsmengen von Pellets und Pflanzenkohle. Diese neuen Produkte sind durch Anlagen der Sägerei Resurses SA und der Inkoh AG entstanden und tragen zur Diversifizierung der Holzverwendung im Kanton bei.
Eine markante Veränderung ergibt sich durch die Inbetriebnahme der Sägerei Resurses SA im Dezember 2023. Der Rundholzeinschnitt hat sich mit über 30’000 Kubikmetern gegenüber 2022 mehr als verdoppelt. Da im Kanton jedoch weiterhin eine Zweitveredelung wie ein Leimwerk fehlt, muss ein Grossteil des produzierten Schnittholzes ausserkantonal oder im Ausland abgesetzt werden. Gleichzeitig importieren Bündner Holzbau- und Schreinerbetriebe nach wie vor grosse Mengen verarbeiteten Holzes – ein deutliches Zeichen für ungenutztes Potenzial.
Mit 168’000 Kubikmetern bleibt das Energieholz ein zentraler Absatzkanal. Graubünden Holz fordert deshalb, die regionale Wertschöpfung zu stärken und mehr lokal geerntetes Holz auch im Kanton weiterzuverarbeiten. Dadurch könnten jährlich bis zu 60 Millionen Franken zusätzliche Wertschöpfung generiert und unnötige Transporte vermieden werden – zum Nutzen von Wirtschaft und Klima.
