Dialekt: Dr Kauz
Prättigau, Region
20. Dezember 2025
Prättigau

Dialekt: Dr Kauz

Va Chüblisch bini di Geissgassä düruuf gloffä über d`Maltessä, wiiter bis gä Pläviggin zu ünschem Mäjäsäss. I gsehn di glasig Stubätüür speerangelwiit offästahn.

Text/Foto: Veronika Rüedi  

«Äh, denn ischt dr`Urs da», hani gsinnet. Schis Auto hani ja nid gseh, willi vo unähäär cho bin. So bini zun der offnä Tür iin, luagä ind Chuchi und gsehn ättis im Brünnäli hockä. Ir Gschwindi begriiffi, dass das än usgstopftä Kauz ischt. «Oh där Urs!» I han innerli scho d Augä vertrüllet, aber nottä äbiz schmunzlä müässä. Är ischt äbä Ornitholog und hed ä Vorliäbi für Üülänä, Käuz und aller Gattig Vögel. Äs wer nid z`erscht Mal, daser derä «Fundstück» häirobbet. I ha scho sinniärt, wo würter ez dään wider häär ha, und vor allem – wiäso ischt där im Brünnäli z Pläviggin? I rüäfä luut: «Uurs!?», und gahn ä Schritt ufz Brünnäli zuä – duä rupft dä Kauz ufz Mal schiini Augä off und luäget mi ganz erschtuunt ah. «Ähä – gli ni uusgstopft», sägi zuämer säb. I ha vermuätli genauso erschrockä driigluäget wiä ds`Käuzli – äs hed uf all Fäll sofort d`Flügel usänand gspreizt und aangfangä flatterä wiä värrückt. Z`Chuchifänschter isch halt zuä gsin und där arm Kärli ischt kei Reed uuskohn. Minä erscht Gedankä, däm uhnarrä erschöpftä Tiärli z`hälfä, ischt gsin, ds`Fänschter off z`tuän. Bi däm Versuäch hed dr`Kauz allerdings d`Fluchtsiitä gwäggslet und hed zur Tür uusflaigä wellä. Verwütscht heder aber di zuäni Schiibä und ischt fadägraad iingschossä. Halbä ärtümmtä ischter duä z`Bodä gseglet. I han in derä ungläubigä Situation kein Wank gäta. I hami zerscht müässä bsinnä und überleggä: «Was machi ez am gschiidschtä?» I lütä am Urs ah – wo är abnümmt, chund de uus, dass är gar nid z`Pläviggin ischt und va däm ganzä Spettakel nüd weiss. Item – jetz bruchi ä Lösig, wia i dän Kauz widrm dr`Natur übergäh chan. Uf Rat vom Ornitholog hii bini ganz langsam us in dä Schopf gschlichä umäs Paar Händschä. Dia hani de agleit und bi widrum iin zum Kauz. Där hetschi nid vermüferet, überhaupt heder ganz und gar erschöpft uusgsehn. I bin in d`Chneu und hanä äifach äs bitschi angluäget. Äso äs allerliäbschts Tiärli hani mii Läbtig no niä gseh. Chugelrund flauschig und nid grösser als ä Tschuttiballä, brandschwarzi, halboffni Äugläni und äs wunderhübs Fäderchläid mit lengä Flugfädärä. Aber mit luägä ischt däm Tiär nid gholfä gsi. I bi ganz langsam ufnä zuä und ha gsinnet, i packnä ez äifach, wiä is vo dä Hennä gwonnet bin. I ha scho äs mulmigs Gfühl ka, säb muäsi zuägäh. Aber dä Kauz hetschi kein Millimeter bäwegt. So hani nä zwüschet d`Hend gnuh und bin erschtuunt gsi, wiätäs Hüdderli das undr schiim flauschigä Fäderchläid gsin ischt. I bi midmä uus in dä Gartä und hanä ind Wiis, gra näbd ä Schärrähuufä ghöckt. Abr dr`Kauz ischt grad anä Siitä kiit, kei Wank gätaa und d Augä zuä kan. «Jetz ischter kaputt », hani gsinnet. Grad dua chund no ünschi Chatzä umds Egg und machet dr`Puggel. «Du heschtmer ez grad no gfehlt!», hani zuärä gseit. Schi hed dr`Kauz ä churzä Momänt als irjiä Znacht vürgstellt – aber i hanschä de wäidli fortgschujet. I bin de ättä ä Viärtelstund bim Käuzli ghocket, där hed ir Zwüschäziit d`Augä offgätaa und ischt widr uf schinä Chrallä ghöcklet. Churz drufaab heder schi agfangä müfärä, duä heder d`Flügel gspannt und ischt düriin richtig Saas gflogä. I hamä no äs Wiili nachigluäget, bin zrugg zur Hüttä wo d`Chatzä scho gwartet het, hanschä gschträichlet und zuärä gseit: «Das hämmer guät gmachet.»

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