Perfektionismus ist eine Illusion
Es ist ein Phänomen der heutigen Zeit: Wenn jemand einen Fehler macht, wird eher über ihn gelacht, statt unterstützend für Klarheit zu sorgen oder gar zu helfen. Dabei wäre ein Umdenken so einfach.
Kürzlich ist mir ein Fehler unterlaufen. In der Hitze des Gefechts hatte ich einen Text online gestellt, in dem ich erwähnte, dass ein Autor viele «Hütte» trägt. Sie haben es vielleicht auch selbst gerade überlesen, aber wie ich kurz darauf realisierte, schreibt man die Mehrzahl von einem Hut bekanntlich nur mit einem «t». Als ich den Fehler entdeckt hatte, gab es online schon um die zehn Kommentare, die sich darüber lustig machten. Ich habe dann ein GIF zur Diskussion beigetragen und erwähnt, dass das englische Wort «Hood» doch auch noch ganz gut sich einreihen könnte in der Diskussion. So sehe man wenigstens, dass meine Beiträge nicht von KI geschrieben seien. Über die Jahre habe ich mir ein dickes Fell wachsen lassen, was Kritik angeht. Ich nehme solche Geschichten längst sportlich, doch ich weiss nicht, ob ein junger Mensch es auch so wegstecken könnte wie ich. Ich finde es bedenklich, wie immer nach dem Haar in der Suppe gesucht wird und vielleicht ein mancher sich heute gar nicht mehr traut, etwas zu bewegen. Denn wer mit seinen Ideen in die Öffentlichkeit geht, muss heute damit rechnen, viel Häme abzukriegen. Das wiederum verhindert Innovation und Ideen. Darum: Wenn ich selbst einen Fehler entdecke, kontaktiere ich die Person und versuche zu helfen, anstatt sie öffentlich blosszustellen. Denn sind wir mal ehrlich: Perfektionismus ist eine Illusion.