Proaktive Wolfsregulation abgeschlossen
Am 31. Januar 2026 hat der Kanton die zweite proaktive Wolfsregulation abgeschlossen. Zwischen September 2025 und Ende Januar 2026 wurden insgesamt 35 Wölfe entnommen.
Im Rahmen der sogenannten Jungtierregulation kamen in sieben Rudeln 18 Tiere zur Strecke. Betroffen waren die Rudel Stagias, Calderas, Jatzhorn, Seta, Älpelti, Agnas und Frisal. Damit wurde das vorgesehene Kontingent von zwei Dritteln der Jungtiere nahezu ausgeschöpft. Zusätzlich wurden drei komplette Rudel – Sinestra, Moesola und Muchetta – teilweise entnommen, was weitere 14 Abschüsse zur Folge hatte. Auch Einzelwölfe mussten aufgrund von auffälligem Verhalten entfernt werden. In mehreren Gemeinden, darunter Pontresina, Sils im Engadin und Surses, wurden drei Tiere durch die Wildhut oder autorisierte Jäger erlegt. Laut dem Amt für Jagd und Fischerei zeigt die Regulation Wirkung: Die Tiere würden scheuer und hielten mehr Distanz zum Menschen. Gleichzeitig sei die Zielerreichung gegenüber dem Vorjahr verbessert worden. In die Massnahmen wurde auch die Bündner Jägerschaft einbezogen. Während der Hochjagd 2025 konnten autorisierte Jäger Jungtiere aus mehreren Rudeln erlegen und brachten sieben Abschüsse zustande. In der anschliessenden Sonderjagd blieb der Erfolg hingegen aus. Eine abschliessende Bewertung der Auswirkungen ist derzeit noch nicht möglich. Weitere DNA-Analysen sollen zeigen, wie sich die Regulation auf die Rudelstrukturen und die Präsenz der Wölfe auswirkt. Ziel bleibt eine langfristige Koexistenz von Mensch und Wolf, ohne den Bestand im Alpenraum zu gefährden. Der Herdenschutz behält dabei weiterhin eine zentrale Rolle.