Es ist Zeit für einen Wechsel –
oder eher Zeit für Fakten?
Zum Leserbrief vom 31. Mai
Geschätzte Leserinnen und Leser des P&H. Im Grundsatz widerstrebt es mir einen Leserbrief zu schreiben, gerade auch weil ich beruflich Chefredakteur einer grossen schweizerischen Fachzeitschrift bin. Ein Leser-Beitrag in der Ausgabe vom Samstag, den 31. Mai in der P&H, der gleichzeitig mit einem Leserbrief eines Mitgliedes des Gemeindevorstandes erschien, zwingt mich aber sprichwörtlich dazu. Dabei geht es mir nicht um Wahlpropaganda, sondern vielmehr um Aufklärung.
Ich bin parteilos und durfte verschiedene Mandate in der Gemeinde Seewis wahrnehmen, sei es als ehemaliger Kreispräsident oder Präsident des Kur- und Verkehrsvereins Seewis (neu Seewis Tourismus). Aber zurück zum Auslöser: ja, Nina Gansner ist bald 20 Jahre meine Partnerin und Ehefrau. Eine Person, die sich immens für unsere Gemeinde und Region einsetzt – gerade auch für die Wirtschaft, für das Allgemeinwohl und besonders auch für den Tourismus. Nina Gansner hat, neben vielen anderen politischen Mandaten, seit vier Jahren auch das Präsidium der regionalen Tourismuskommission «Prättigau Marketing». Gerade darum verwundert es umso mehr, dass der aktuelle Präsident von Seewis Tourismus aber dann tatsächlich einen Wahlvorschlag propagiert, für jemanden der sich in der Vergangenheit nicht gerade tourismusfreundlich zeigte und sich diesbezüglich auch nie engagiert hatte.
Zitat im Lesebrief: „Es sei Zeit für einen Wechsel“, und unterschwellig der Vorwurf, dass die bisherige Wahl weder „Verantwortung übernommen“ noch „sich glaubwürdig für unsere Region eingesetzt habe“. Es zeigt sinnbildlich einmal mehr auf, wie oberflächlich und faktenlos viele dieser Wahl-Propaganda-Leserbriefe im Kern sind, hauptsächlich Parteiparolen beinhalten und es dabei offensichtlich nicht um Sachpolitik für die Region geht.
Kurt Gansner, Seewis