Vom Verändern oder Akzeptieren
An der ausserordentlichen GV der Jägersektion Prättigau haben die Mitglieder diese Woche aktuelle Infos zum Verein und zur Jagd erhalten.
Kolumnen, Region
08. Juli 2026
Kolumnen

Vom Verändern oder Akzeptieren

Kürzlich bin ich in einem Buch auf den Satz: «Love it, Change it or Leave it», gestossen. Dieses kurze Zitat, das dazu auffordert, Dinge zu lieben, zu verändern oder zu verlassen, hat in mir einiges wachgerüttelt. Viel zu oft zerbrechen wir uns den Kopf über Dinge, die wir gar nicht beeinflussen können. Gleichzeitig verharren wir aus Bequemlichkeit oder Angst viel zu lange in Situationen, die uns nicht guttun.

Text: Christian Imhof  

Die Fussball-Weltmeisterschaft ist für viele Menschen, die sich der Gerechtigkeit verpflichtet fühlen, ein widersprüchliches Ereignis. Selten wird so viel Geld bewegt, und der Einfluss wirtschaftlicher und politischer Interessen auf den Spitzensport sorgt immer wieder für Diskussionen. Sportswashing lenkt von gravierenden Problemen ab, und die zunehmende Kommerzialisierung lässt den Sport bisweilen seine ursprüngliche Faszination verlieren. Auch die ökologischen Auswirkungen solcher Grossanlässe werfen berechtigte Fragen auf. Doch wer sich ausschliesslich mit Dingen beschäftigt, die ausserhalb des eigenen Einflussbereichs liegen, läuft Gefahr, verbittert oder zynisch zu werden. Das möchte ich nicht. Ich möchte mich darüber freuen, dass die Schweizer Nati erfolgreich spielt, dass ein schönes Fussballspiel Menschen zusammenbringt und dass der Sport, trotz aller Schattenseiten, Hoffnung auf ein friedliches Miteinander vermitteln kann. Ich möchte vor allem lieben: die schönen Momente bewusst wahrnehmen, mich von Dingen, die ich nicht ändern kann, nicht auffressen lassen und dort Abstand nehmen, wo Negativität überhandnimmt. Ganz so einfach, wie es das Zitat verspricht, ist das allerdings nicht. Viele Menschen stecken in einem Beruf fest, der sie innerlich auslaugt, leben in einer toxischen Beziehung oder ärgern sich unaufhörlich über Dinge, die sie nicht verändern können. Jammern ist oft einfacher, als den ersten Schritt in Richtung Veränderung zu wagen. Seit ich mir diesen Leitsatz regelmässig vor Augen führe, bin ich gelassener geworden. Vielleicht hilft er auch Ihnen, künftig.

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