«Schreiben ist wie ein Virus, der nicht verschwindet»
Wenige Menschen haben die Medienlandschaft im Prättigau und in Klosters über Jahrzehnte hinweg so nachhaltig geprägt wie Johannes Haltiner. Der Gründer der «Klosterser Zeitung» führte sein Lebenswerk während mehr als 50 Jahren und machte sich darüber hinaus als Mundartautor einen Namen. Mit seinen Geschichten, Kommentaren und Beobachtungen hinterliess er zahlreiche Spuren in der Region, auch wenn sein Wirken auf kantonaler Ebene nie die Anerkennung erhielt, die ihm viele zuschreiben.
Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, am 29.Januar 1939, wurde Johannes Haltiner in Klosters geboren. An die Jahre 1944 und 1945 erinnert er sich bis heute besonders gut. «Im Radio hörte man ständig Goebbels, Rommel oder Hitler. Sie traten auf, als würden sie die ganze Welt beherrschen», erzählt er. Obwohl sein Vater nur Hilfsdienst-tauglich war, stand auch er während des Krieges immer wieder im Militärdienst. «Es wurde jeder gebraucht.» Die Kriegsjahre prägten Haltiner nachhaltig. Die Schweiz blieb zwar vom Krieg verschont, doch die Unsicherheit war auch im Prättigau spürbar. Abends mussten die Fenster verdunkelt werden, damit keine Lichtquellen sichtbar waren. Beim Stall in Klosters hing deshalb eine Wolldecke vor der Petrollampe. «Diese Zeit hat mich mein ganzes Leben begleitet», sagt Haltiner. Noch heute beobachtet er politische Entwicklungen mit grosser Aufmerksamkeit.