Kanton will Wolfswelpen abschiessen
Kantonsweit verzeichnet das Amt für Jagd und Fischerei so wenige Wolfsrisse wie seit Jahren nicht. Die Ausnahme kommt ausgerechnet aus dem Prättigau. Nach dem Riss eines vier Monate alten Kalbs hat der Kanton den Abschuss von Jungwölfen beantragt.
Arno Puorger, Abteilungsleiter Grossraubtiere beim Amt für Jagd und Fischerei (AJF), bestätigt auf Anfrage, dass der Kanton ein Gesuch für die reaktive Regulierung von Welpen im Raum Luzein- Schiers-Grüsch eingereicht hat. Das gerissene Kalb ist kantonsweit das einzige Stück Grossvieh, das dieses Jahr nachweislich einem Wolf zum Opfer gefallen ist. Der Riss geht laut Puorger auf ein im Gebiet bekanntes Wolfspaar zurück. Ob es Welpen hat, ist offen. Wäre dem so, würde es sich um ein neues Rudel handeln. Möglich macht das Gesuch die revidierte Jagdverordnung. Vom 1. Juni bis Ende August kann der Kanton mit Zustimmung des Bundes Jungwölfe erlegen lassen. Während bei Schafen und Ziegen acht gerissene Tiere nötig sind, genügt beim Rindvieh ein einziges. Voraussetzung ist ein fachgerecht umgesetzter Herdenschutz.