Vom Hof auf den Tisch
Seit zehn Jahren steht die «Fajaunerkoscht » in Fajauna für eine besondere Form der Direktvermarktung: Was auf dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb entsteht, kommt ohne Umwege auf den Tisch. Gastgeberin Doris Flütsch verbindet dabei bäuerliche Produkte, saisonale Küche und persönliche Gastfreundschaft und bewirtet ihre Gäste dort, wo andere ihren Feierabend verbringen: in der eigenen Wohnstube.
Als Flütsch vor zehn Jahren die «Fajaunerkoscht» ins Leben rief, erfüllte sie sich einen Traum. Ihre Idee war ebenso einfach wie konsequent: Die hochwertigen Erzeugnisse des eigenen Hofes sollten nicht nur verkauft, sondern direkt vor Ort zu Gerichten verarbeitet und den Gästen in persönlicher Atmosphäre serviert werden. So entstand ein Angebot, das Landwirtschaft und Gastronomie auf unmittelbare Weise miteinander verbindet. Im Zentrum steht bis heute die Herkunft der Lebensmittel. Die Fleischprodukte stammen aus der eigenen Landwirtschaft, und auch der Garten trägt mit Kräutern, Gemüse und weiteren saisonalen Zutaten zur Küche bei. Ergänzt wird das Angebot durch Produkte aus der Region. Für Doris Flütsch ist entscheidend, dass die Jahreszeit auf dem Teller sichtbar und schmeckbar bleibt. Gleichzeitig probiert die Gastgeberin gerne Neues aus. Traditionelle Zutaten dürfen deshalb auch in überraschenden Kombinationen und ausgefalleneren Gerichten auftreten. Diese Mischung kommt an. Die «Fajaunerkoscht» bietet Raum für Familienfeiern, Geburtstage, Hochzeiten und Firmenanlässe. Je nach Anlass und Gruppengrösse stehen unterschiedliche Bereiche zur Verfügung: die gemütliche Bauernstube, das Jägerstübli oder in der warmen Jahreszeit der grosszügige Garten mit Blick auf das Rätikon. Jeweils am Freitag gibt es Tavolata. Dabei steht nicht nur das Essen im Mittelpunkt, sondern ebenso das gemeinsame Erlebnis am Tisch. In einem Jahrzehnt kommen viele Geschichten zusammen. In der «Fajaunerkoscht» nahmen Gäste aus der näheren Umgebung ebenso Platz wie Besucher/innen von weiter her. Auch Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit und Schauspieler/innen assen bereits dort. Entscheidend blieb jedoch stets, was alle miteinander verbindet: die Freude an gutem Essen, an Geselligkeit und an einer ungezwungenen Atmosphäre. Auch kulinarisch waren die vergangenen Jahre abwechslungsreich. Ein vielseitiges Raclette- Buffet gehörte ebenso dazu wie Grillabende im Garten oder eine Hochzeit auf der Wiese. Solche Anlässe verlangen Flexibilität, Organisation und ein eingespieltes Team. Doris Flütsch und ihre Mitarbeitenden haben dabei immer wieder gezeigt, wie unterschiedlich sich die Möglichkeiten des Hofes nutzen lassen. Aus der ursprünglichen Idee entwickelte sich so Schritt für Schritt ein Ort, an dem Genuss und Begegnung eng miteinander verbunden sind. Während sich die «Fajaunerkoscht » weiterentwickelte, blieb auch der Landwirtschaftsbetrieb nicht stehen. Inzwischen wurde der Hof an den Sohn übergeben. Damit ist die nächste Generation in die Geschichte eingebunden und sorgt dafür, dass wichtige Produkte weiterhin aus dem eigenen Betrieb stammen. Fleisch, Käse und Alpbutter bilden eine direkte Verbindung zwischen Landwirtschaft und Küche. Das Prinzip «vom Hof auf den Tisch» ist damit nicht nur ein Leitsatz, sondern gelebter Alltag.