Eine Gemeinschaft, die Generationen verbindet
Seit 100 Jahren gehört die Pfadi Rhätikon zu Schiers. Dieses Jubiläum wird im September mit einem grossen Fest gefeiert. Für Giulia Gallo, in der Pfadi «Gama» genannt, ist dieser Geburtstag etwas Besonderes. Sie ist selbst seit ihrer Kindheit dabei und kennt die Pfadi längst nicht mehr nur als Teilnehmerin, sondern auch als Leiterin.
Mit sieben Jahren begann Gallo ihre Pfadizeit, seit 2019 ist sie als Leiterin aktiv. Dass sie der Organisation bis heute treu geblieben ist, hat viel mit den Menschen zu tun, die sie dort kennengelernt hat. «Die, mit denen ich leite, sind eigentlich einfach meine Kollegen. Ich sehe sie halt vor allem in der Pfadi», erzählt sie. Über die Jahre und besonders während der gemeinsamen Lager sei eine enge Gemeinschaft entstanden. «Man hat schon sehr viel miteinander erlebt und ist dadurch mega vertraut miteinander.» Die Jugendorganisation Pfadi Diese Gemeinschaft zieht sich durch die verschiedenen Altersstufen. Bei den Jüngsten beginnt es mit den Bibern, danach folgen Wölfe, Pfadis und Pios. Später übernehmen die Jugendlichen selbst Verantwortung als Leitende. Gerade dieser Übergang gehört für Gallo zum Grundgedanken der Pfadi. «Ich glaube, der Sinn ist schon, dass es eine Jugendorganisation ist und dass Junge Verantwortung übernehmen können.» Bereits mit ungefähr 16 Jahren können Jugendliche langsam in eine Leitungsfunktion hineinwachsen. Sie lernen dabei nicht nur, ein Programm zu gestalten, sondern Verantwortung für eine ganze Gruppe zu tragen. Gallo sieht darin einen grossen Vorteil: «Es ist cool, wenn nicht immer jemand da ist, der zehn Jahre älter ist und dir sagt, wie du es machen musst. Du kannst relativ schnell selber Verantwortung übernehmen.» Die Motivation dafür entsteht oft schon während der eigenen Zeit als Kind. Wer selbst schöne Lager, abenteuerliche Samstage und eine starke Gemeinschaft erlebt hat, möchte dies später weitergeben. «Das ist vielleicht ein Klischee, aber irgendwann willst du eigentlich auch etwas zurückgeben, damit es weitergeht», sagt Gallo. Besonders schön sei es, die Entwicklung der Kinder über mehrere Jahre mitzuerleben. Manche kennt sie bereits aus einer jüngeren Stufe und sieht später, wie sie immer selbstständiger werden. «Wenn du ihnen etwas beibringst und sie es nachher können, sind sie so stolz auf sich selber.» Als Leiterin könne man dadurch nicht nur Wissen vermitteln. «Du kannst den Kindern etwas mitgeben und bist auch ein bisschen ein Vorbild.» Zeit draussen im Flugmodus