«Ich rede nicht über Strom, ich mache Strom»
Sandro Krättli hat seinen Wahlkampf mit einer selbstverlegten Zeitung über Strom bestritten und von Listenplatz sechs aus einen Sitz geholt. Nun bringt der Untervazer Unternehmer sein Fachwissen in den Grossen Rat, beobachtet von einer Vierjährigen.
Wer den Livestream aus dem Grossratssaal verfolgt, sieht ihn fast dauernd. Sandro Krättli sitzt als Stimmenzähler in der ersten Reihe, die Kamera ruht auf ihm und der Regierung. Zu Hause in Untervaz hat das eine Vierjährige rasch herausgefunden. Sie findet es super, dass sie den Papa jetzt jederzeit auf dem Bildschirm findet. Und hat ihm prompt eine Frage gestellt: «Papa, warum sagst du nichts?» Dabei hat Krättli einiges zu sagen. Der Untervazer mit Jahrgang 1980, im Dorf Sändi gerufen, ist Vater der vierjährigen Fragestellerin und beruflich Gründer, Mitinhaber und Geschäftsführer der Bergler Energie AG, die Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur baut. Gelernt hat er Maschinenzeichner, später folgte ein EMBA an der Fachhochschule Graubünden. Der Grosse Rat ist sein erstes politisches Amt. Einbringen will er dort, was er täglich zwischen Technik, Kundschaft, Netzbetreibern und Regulierung erlebt: «Ich rede nicht über Strom, ich mache Strom.» «I chume vo Vaz, bliiba z’Vaz» Aufgewachsen ist er in Untervaz. Später lebte er acht Jahre in Jenins, dazu in Solothurn und im Zürcher Oberland. Für die Firma reist er von China über die USA und Kanada bis nach Mexiko und Taiwan. Mit der Geburt der Tochter kehrte er zurück, heute lebt die dreiköpfige Familie wieder im Dorf. Er sagt es auf Vazer Art: «I chume vo Vaz, bliiba z’Vaz, do bin i dahai.» Gerade weil er anderswo war, wisse er, was er an Untervaz habe, Zusammenhalt, Zugehörigkeit, Verlässlichkeit.