Margrit Cantieni im Interview
Sie schafft es, happige Themen leicht verständlich und flüssig zu verpacken, dass sie auch von der breiten Masse gelesen werden können: Margrit Cantieni.
Die Bücher der Churerin spielen häufig in früheren Epochen. Die neuere Geschichte habe sie schon immer sehr fasziniert. «Wenn man die Geschichte kennt, versteht man viel von dem, was heute passiert und läuft, auch politisch. » Zwischen 1940 und 1980 sei sehr viel passiert, das auch gravierend für die heutige Gesellschaft sei. Obwohl sie in den Epochen, in denen ihre Geschichten spielen, schon am Leben war, fliesse wenig Autobiografisches in ihre Bücher, sagt Margrit Cantieni. Durch die intensive Recherche für ihre Bücher tauche sie immer tief in die Geschichte ein. Einen verklärten nostalgischen Blick auf das Gestern hat die Autorin deswegen aber nicht. «Die Idylle von früher, die sich viele zurücksehnen, die hat es gar nicht gegeben. Ich weiss nicht, ob alle die, die sagen, dass früher alles besser gewesen ist, auch wirklich dann hätten leben wollen.» Man vergesse schnell, wie sozial viel passiert sei, was man sich heute nicht mehr vorstellen könne. «Zum Beispiel mit den ganzen fürsorgerischen Zwangsmassnahmen hat man Unglaubliches erlebt. Das wäre heute in dieser Art nicht mehr möglich. Die Erkenntnisse dieser Zeiten sind in die heutigen Gesetze eingeflossen und wir profitieren davon.» Mehr zu Margrit Cantieni-Casutt finden Sie, wenn Sie den QR-Code links vom Foto scannen.