Vom Machen und Profilieren
Am kommenden Montag ist der 1. Dezember und damit der Beginn der Adventszeit. Auffällig ist, dass neben den vielen Bettelbriefen in der Post auch zahlreiche Menschen plötzlich wieder ihre Menschlichkeit zu entdecken scheinen – und das dann gross propagieren.
Wie wahrscheinlich viele, habe auch ich ein ziemlich ambivalentes Verhältnis zum Geld. Einerseits ist es eine Quelle von Freiheit und Sicherheit, andererseits aber auch von Druck und Konkurrenz. Doch wenn man vom Leben reich beschenkt wird, ist es nur fair, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Nach dieser Philosophie habe ich schon gelebt, als ich noch weniger hatte als heute. Denn ich begriff bereits als Kind, dass Dinge wie Freiheit und Frieden unbezahlbar sind. Es ist ein grosses Glück, in einem sicheren Land wie der Schweiz zu leben und nicht in ständiger Angst vor Gewalt oder Krieg. Es fühlt sich für mich natürlich an, mein Glück das ganze Jahr über mit Menschen zu teilen, die im Spiel des Lebens nicht die besten Karten gezogen haben, und werde auch in Zukunft helfen, wo ich kann, jedoch ohne grosses Aufsehen darum zu machen. Denn jetzt wirkt es fast wie ein Wettstreit. Auf den sozialen Medien häufen sich Meldungen von Menschen, die möglichst öffentlichkeitswirksam helfen und sich dabei als Retter der Welt inszenieren.