Über Existenz und Visualität
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Die Matchberichte von Alligator Malans finden praktisch nicht mehr statt im «P& H». Wer jetzt aber denkt, dass das auf unserem Mist gewachsen ist, täuscht sich.
Als die Saison der regionalen Unihockeymannschaft startete, habe ich lange vergebens gewartet. Wir hatten jeweils gut und gerne auch mal zwei Seiten mit Matchberichten der Alligatoren drin in der Zeitung, doch nun kam auf einmal nichts mehr. Da ich davon ein wenig irritiert war und regelmässig irgendwelche kulturelle Geschichten als Füller verblasen musste, entschied ich mich bei den Verantwortlichen zu melden. Relativ rasch antwortete man mir, dass der Verein aus Budgetgründen auf Matchberichte verzichte. Diesen Punkt konnte ich noch irgendwie nachvollziehen, denn jeglichen Institutionen und Vereinen fehlen die Freiwilligen. Als der Verein dann aber auch noch schrieb, dass sie es auch bei sich auf der Website ausprobiert hätten und die Resümees der Spiele nicht wirklich auf grosse Resonanz gestossen seien, habe man sich entschieden, dass sich eine Investition in diesem Bereich gar nicht rechne. Wie es in der heutigen Zeit leider oft so ist, wird auch hier mit dem Rotstift angesetzt, da der Nutzen nicht wirklich auf den ersten Blick ersichtlich ist. Ich musste den Kopf schütteln, als ich es las, und verstand nicht, wie man als Club, der von der Unterstützung von Sponsoren und dem Akquirieren von neuen Spielern lebt, leichtfertig auf eine so grosse Plattform verzichten kann. Wenn ich als Verlag oder Künstler die Möglichkeit hätte, jede Woche eine Seite in einer anderen Zeitung zu gestalten, würde ich ohne gross zu überlegen zugreifen. Denn auch wenn es vielleicht wenige lesen, bleibt man so doch im Gedächtnis der Leute. Wer aber immer nur mit einer Milchbüchlein-Rechnung dahintergeht, verschwindet irgendwann vom Radar der Leute und schafft sich vielleicht irgendwann sogar selber ab.