Reto Möhr: «Man lernt ja nie aus»
Reto Möhr ist einer der bekanntesten Bündner Moderatoren. Innovativ erfindet der Maienfelder neben seinem Job bei TV Südostschweiz immer wieder neue Formate wie das «Deep Dive» im From Heaven Bad Ragaz oder «Möhr Talkt» im Schloss Maienfeld. Dass er überhaupt irgendwann in den Medien landen würde, hätte er vor gut zehn Jahren wahrscheinlich selbst nicht geglaubt.
Der Maienfelder gilt als Spätberufener, wenn es um das Moderieren geht. Einen Schlüsselmoment habe es nicht gegeben, an dem er gedacht habe, es sei an der Zeit vom Banker auf das Moderieren umzusatteln. «Ich muss auch sagen, dass nicht ich meine Berufung gefunden habe, sondern eher die Berufung mich.» Eine Lebenskrise habe ihm geholfen, mehr auf seine innere Stimme zu hören. «Irgendwann habe ich gemerkt, dass etwas in mir drin schlummert und dass ich etwas verändern muss.» Er sei dann nach und nach «reingerutscht » in das Ganze. Erstmals vor Leute mit einem Mikrophon getreten sei er beim FC Vaduz, wo er auch im Vorstand war zu dieser Zeit. «Es war ganz unspektakulär. Wir haben da begonnen ein paar ‘Vidiöli’ zu produzieren und haben auch mit einem regionalen Fernseh- Team zusammengearbeitet.» Die Rückmeldungen auf diese kurzen Videos seien sehr positiv ausgefallen. Doch um alles auf die eine Karte zu setzen, brauchte es noch drei, vier Jahre und vor allem auch viel Mut. «Schrittweise kam in mir der Gedanke, dass ich realisierte, dass das Moderieren jetzt mein Beruf und auch meine Berufung ist.» Richtig professionell wurde es dann, als TV Südostschweiz ihn ins Team holte. «Das war der erste Vertrag, den ich als Moderator unterschrieben habe. Mir sind in dem Moment echt die Tränen gekommen. » Auch wenn er von aussen sehr selbstsicher und gut vorbereitet daher kommt, Lampenfieber ist auch heute noch ein Thema, das Reto Möhr vor jeder «Rondo»-Sendung beschäftigt. Er tigere dann jeweils den ganzen Morgen umher, da die Vorfreude bei ihm immer sehr gross sei. «Wichtig ist es einfach, ein tiefes Vertrauen in sich selbst zu haben, das einem sagt, dass man es kann. Das ist es auch, was mir hilft, die ganzen Sendungen zu machen. Je höher die Anspannung, desto schöner wird es nachher.» Moderieren habe viele Parallelen zum Sport. Auch dort könne man viel Energie aus der Anspannung ziehen.