Kollegialität als Fundament der Regierungstätigkeit
Martin Bühler ist seit wenigen Tagen Präsident der Bündner Regierung. Neben der Führung der Regierungssitzungen und der Vertretung an offiziellen Anlässen will der Fideriser seinen Fokus auf die Partizipation an politischen Prozessen auf Gemeindeebene legen. «Ich bin ja auch der ‘Gemeindeminister’ und finde es wichtig, dass wir dieser Staatsebene Sorge tragen, damit sie stark und eigenständig bleibt.» Das Miteinander statt Gegeneinander zieht sich somit weiter durch seine politische Laufbahn.
Es war ein intensiver Tag für Martin Bühler, denn der Finanzminister hatte kurz vor dem Interview das Budget für das kommende Jahr im Grossen Rat präsentiert. Nervös sei er deswegen nicht mehr gewesen. «Es ist aber immer noch eine gute Anspannung da, weil es mir wichtig ist, dass alles passt. Das Budget ist schliesslich unser zentralstes Steuerungsinstrument. » Und trotz guter Vorbereitung sei es dieses Mal doch noch zu einem ‘Holperer’ im Ablauf gekommen. «Es ging um einen Verpflichtungskredit, der sich inzwischen bereits erübrigt hat.» Es gehöre sich einfach, sich mental und sachlich richtig vorzubereiten. Routine und ein Zuckerschlecken werde es aber wohl nie werden. «Bei 120 Grossrätinnen und Grossräten kann man nicht voraussehen, wer was sagen oder fragen wird. Jedes Regierungsmitglied bereitet sich möglichst gut vor. Wir müssen aber auch spontan reagieren und direkt auf Anliegen eingehen können.» Debattieren statt streiten