Leserbrief zum Artikel «Gretas Sekte und das WEF»
Sehr geehrter Herr Imhof. Sie kritisieren in Ihrem Artikel die Art, wie Donald Trump über andere spricht. Dabei fällt auf, dass Ihre eigene Wortwahl ihm gegenüber kaum weniger scharf ist.
Sie bezeichnen Donald Trump als Kriegstreiber. Dabei übersehen Sie, dass er in seiner ersten Amtszeit keinen neuen Krieg begonnen hat – im Gegenteil: Er leitete den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ein. Zum Vergleich sei erwähnt, dass während der Amtszeit des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama so viele Bomben auf Afghanistan fielen wie seit Langem nicht mehr.
Was rechtfertigt also den Vorwurf des Kriegstreibertums? Trump kündigte an, den Ukrainekrieg rasch beenden zu wollen – ein Ziel, das zumindest friedenspolitisch anerkennenswert ist, auch wenn es nicht erreicht wurde. Andere westliche Politiker verweigerten dagegen Gespräche, erklärten Putin zum Kriegsverbrecher und schlossen Verhandlungen kategorisch aus, obwohl wiederholt Gesprächsangebote gemacht wurden.
Auch im Nahen Osten setzte Trump auf direkte Gespräche und erzielte Fortschritte im Friedensprozess. Er nahm Gespräche mit Putin auf und gründet einen Friedensrat, während andere über Kriegsräte, Aufrüstung und Eskalation sprechen – und ausgerechnet ihn nennen Sie einen Kriegstreiber.
Kriege beginnen, wenn Diplomatie endet. Frieden beginnt, wenn man wieder miteinander spricht.
Zum Thema Klima: Der Erwärmungsprozess der Erde ist kein neues Phänomen. Vor 20 000 Jahren lag im Churer Rheintal ein bis zu 2 000 Meter mächtiger Gletscher, der innerhalb von 10 000 Jahren fast vollständig abschmolz. Statt zu glauben, wir könnten die Erwärmung aufhalten, sollten wir uns ernsthaft mit Anpassung befassen. Wer einer Lawine begegnet, weicht aus – er versucht nicht, sie aufzuhalten.
Die Menschheit hat überlebt, weil sie sich an veränderte Bedingungen anpassen konnte. Diese Fähigkeit sollten wir nicht vergessen.
Wer Friedensgespräche führt und Kriege beendet, ist kein Kriegstreiber – auch dann nicht, wenn er politisch unbequem ist.
Aldo Brändli, Zizers

