Über Haben und noch Wollen
Viele Menschen kennen kein Genug. Nicht weil es ihnen schlecht geht, sondern weil sie das Gefühl haben, sonst zu kurz zu kommen. Wer ohne Innehalten weitermacht, kommt nie wirklich an, und versucht nur, ein Loch zu stopfen, das sich gar nie füllen lässt.
In der heutigen Welt ist es oft so, dass mehr eben doch mehr ist. Viele streben nach Dingen, die von der Gesellschaft als Standard gesetzt werden. Dazu gehört, eine Familie zu gründen, ein Haus zu kaufen oder gleich selbst zu bauen und einen Baum zu pflanzen. Diesen Ideen wird nachgejagt, bis sie erreicht sind. Und danach kommt das grosse Erwachen. Denn wer immer nur die Erwartungen anderer erfüllt, vergisst, dass deren Erfüllung kein Garant für das eigene Glück ist. Allzu oft hört man Geschichten von Menschen, die laut Lehrbuch alles haben und doch kein bisschen zufrieden sind. Um doch noch Frieden zu finden, decken sie sich mit Arbeit ein, verfallen in einen Kaufrausch oder flüchten sogar in die Arme neuer, oft deutlich jüngerer Partner. Dabei ginge es auch viel einfacher. Wer konsequent den gesellschaftlichen Druck ignoriert und sich auf die eigenen Ziele fokussiert, findet einen Weg zur inneren Zufriedenheit. Wer zudem dem Ist- und nicht dem Sollzustand mehr Aufmerksamkeit schenkt, kommt mit deutlich mehr Leichtigkeit durchs Leben. Statt sich ständig mit den vermeintlich Erfolgreicheren zu vergleichen, lohnt sich der Blick über den Tellerrand hinaus. Denn sehr viele Menschen haben alles – merken es aber nicht.