Literaturpreis an Begoña Feijoo Fariña
Der Bündner Literaturpreis 2026 geht an die in Poschiavo lebende Schriftstellerin Begoña Feijoo Fariña.
Sie erhält die mit 10000 Franken dotierte Auszeichnung für ihren Roman «Come onde di passaggio », der 2025 erschienen ist. Das Werk spielt in Genua in den Tagen vor dem Einsturz der Morandi- Brücke und zeigt eindrücklich die literarische Reife der Autorin. Im Zentrum der Erzählung stehen fünf Menschen, deren Wege sich zunächst nicht kreuzen. Die Autorin begleitet sie durch ihren Alltag, ihre Hoffnungen und ihre Einsamkeit. Während die Figuren nichts von der bevorstehenden Katastrophe ahnen, ist sich die Leserschaft der drohenden Tragödie bewusst. Diese dramatische Spannung verdichtet sich zunehmend, bis sich die Lebenslinien der Protagonisten einander annähern und als Teil eines grösseren Zusammenhangs erscheinen. Mit präziser Sprache und klarem Aufbau zeigt Feijoo Fariña, wie ein aussergewöhnliches Ereignis einzelne Leben und eine ganze Gemeinschaft erschüttern kann. Ihr Roman lädt dazu ein, über Verletzlichkeit, Schicksal und die wesentlichen Fragen des Lebens nachzudenken. Die 1977 in Galicien geborene Autorin lebt seit vielen Jahren in der Schweiz und seit 2015 im Puschlav. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin engagiert sie sich im kulturellen Leben und organisiert das Literaturfestival «Lettere dalla Svizzera alla Valposchiavo». Die Preisverleihung findet am 18. Juni in Poschiavo statt. Der Preis würdigt ihr kontinuierliches literarisches Schaffen und ihre starke Stimme der Gegenwartsliteratur.