Schafzucht im Fokus von Politik und Fachwelt
Am Samstag, 14. Februar 2026, fand in Rueun die Delegiertenversammlung des Bündnerischen Schafzuchtverbandes statt. Organisiert wurde der Anlass von der Schafzuchtgenossenschaft Rueun. Präsident Riccardo Caluori durfte die Delegierten sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Landwirtschaft begrüssen.
Ilanz/Glion als Gastgeberregion vorgestellt
Zu Beginn stellte Marcus Beer, Gemeindepräsident von Ilanz/Glion, die Gastgeberregion vor. Die Gemeinde vereint 13 Gemeinde: die lebendige Kleinstadt Ilanz mit zwölf Fraktionen inmitten einer intakten Naturlandschaft – eine Region, die viel zu bieten habe und einen Besuch wert sei, so Beer.
Einstimmige Beschlüsse und neue Leistungsvereinbarung
Die statutarischen Geschäfte wurden speditiv behandelt. Sämtliche Jahresrechnungen und Berichte fanden die Zustimmung der Versammlung. Im Vorstand wurden Urs Marugg, Bruno Bund und Peter Camastral bestätigt. Auch die bisherigen Experten bleiben im Amt; neu gewählt wurde Adriano Marighetto.
Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert, nicht zuletzt wegen der kürzlich unterzeichneten neuen Leistungsvereinbarung 2026–2030 zwischen dem Kanton Graubünden und dem Bündner Schafzuchtverband. Ebenfalls vorgestellt wurde das kantonale Förderprogramm «Förderung der Kleinwiederkäuer» 2026–2028.
Mit Applaus wurden zudem die Gewinner der Wanderpreise für die Nachzuchtprüfung geehrt: Bei den weiblichen Tieren gingen die Auszeichnungen an Irena und Bruno Bundi aus Waltensburg, bei den männlichen Tieren an die Familie Rizzi aus Luzein.
Tiergesundheit: Impfung und Meldepflicht zentral
Der Kantonstierarzt Giochen Bearth informierte über die Impfstrategie gegen die Blauzungenkrankheit. Eine Impfung sei nach entsprechender Risikoabwägung sinnvoll; erste Ansprechperson bleibe der Bestandestierarzt.
Sorge bereitet weiterhin die Moderhinke: Im vergangenen Sommer kam es auf mehreren Alpen zu nicht gemeldeten Reinfektionen, was zu Folgeschäden führte. Insgesamt waren 27 Betriebe betroffen. Bearth appellierte eindringlich, Reinfektionen konsequent zu melden, um grössere Schäden zu verhindern.
Klare politische Unterstützung
In ihren Ansprachen betonten die anwesenden Politikerinnen und Politiker die Bedeutung der Kleinviehhaltung für den Kanton Graubünden. Der starke Rückgang der Schafbestände und der gesömmerten Tiere müsse gestoppt werden – nicht zuletzt wegen der wichtigen Rolle der Tiere für die Offenhaltung der Alpen und die Biodiversität.
Nationalrat Martin Candinas verwies auf seine eingereichten Motionen zur Sicherstellung von Alppersonal sowie zu den Auswirkungen der Wolfspräsenz auf Bergbevölkerung und Tourismus.
Standespräsidentin Valérie Favre Accola sprach die zunehmende Präsenz von Grossraubtieren an. Diese sei ein wesentlicher Grund für Betriebsaufgaben in der Schafhaltung. Inzwischen herrsche parteiübergreifend Einigkeit darüber, dass es eine wirksame Regulation brauche.
Der Bündner Bauernpräsident Thomas Roffler zeigte sich erfreut: Seine Anfrage im Grossen Rat zur Förderung der Ziegen- und Schafmilchproduktion werde nun im Förderpaket «Förderung der Kleinwiederkäuer» konkret umgesetzt.
Austausch beim gemeinsamen Mittagessen
Nach zahlreichen Wortmeldungen schloss Präsident Caluori die Versammlung um 12.15 Uhr. Beim anschliessenden Apéro und Mittagessen – serviert von den «aktiven Frauen» aus Rueun – wurde der persönliche Austausch gepflegt.
Vorstand und Geschäftsstelle bedankten sich bei der Schafzuchtgenossenschaft Rueun für die gelungene Organisation.
