Do it fokussiert sich auf Standort Küblis
Die Do-it-Märkte in Zernez und Chur werden Anfang April respektive Anfang Mai geschlossen. Neu konzentriert sich die Gasser Gruppe, der die Baumärkte gehören, auf die beiden Standorte in Punt Muragl und Küblis. Das hat das Unternehmen am Montagmorgen an einer Medienkonferenz in Untervaz bekannt gegeben.
Der Schmerz über das plötzliche Ableben von Josias F. Gasser ist bei seinen Hinterbliebenen und auch bei den Mitarbeitenden immer noch spürbar. Der Nachhaltigkeitspionier war im Oktober des vergangenen Jahres noch stark engagiert im Unternehmen und habe laut seinem Neffen Georg Gasser Junior nur so gesprudelt vor Ideen. Gedanken um eine allfällige Nachfolgeregelung habe sich Josias wohl wenige gemacht. An der Medieninformation, die aufzeigen sollte, wie die dritte Generation das Lebenswerk von Gasser weiterführen will, sprach dann auch der Bruder Lorenz über den Verstorbenen. Bei der kurzweiligen Erzählung wurde den Zuhörern vor Augen geführt, wie viel der Pionier überhaupt in seinem Leben auf die Beine gestellt hatte. Oft habe er den richtigen Riecher gehabt und sei, wie er es ihm immer wieder gesagt habe, den anderen immer etwa zehn Jahre voraus gewesen.
Das Herzensprojekt Do it
Doch die Zeiten haben sich geändert. Während zu den Gründungszeiten 1983 der Do-it-Baumarkt in Chur der erste überhaupt war in Graubünden, ist auf dem begrenzten Marktplatz Chur inzwischen eine gewisse Übersättigung an Anbietern in diesem Segment spürbar. Der Siegeszug des Internets habe zudem für eine komplett veränderte Marktsituation gesorgt. Da sich vor Jahren zudem abgezeichnet habe, dass auch noch umfangreiche bauliche Massnahmen nötig seien, sei man nach der Beerdigung von Jos als Unternehmen nochmals über die Bücher. Dass sie etwas machen müssen, sei der Unternehmungsführung mit Hauptsitz in Haldenstein durchaus bewusst gewesen. Doch Chur und Zernez zu schliessen, sei ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt, denn es gehe jetzt darum Jos’ Herzensprojekt, den Do it zu erhalten. Dank der Bündelung der Kräfte auf die verbleibenden Standorte können glücklicherweise Kündigungen sowie der Abbau von Stellen verhindert werden, was sicher sehr nach dem Gusto des sozialen Unternehmers Gasser gewesen wäre.
Nachhaltigkeit hat hohe Priorität
Dass die Gasser Gruppe den «DO IT» nicht einfach abstösst, wie es beispielsweise eine Migros mit nicht rentablen Tochterunternehmen wie Ex libris oder dem Do it + Garten macht, liege wohl daran, dass sie ein Privatunternehmen und nicht eine grosse Kette seien. Bei ihnen stehe der Mensch noch im Fokus und sei nicht eine anonyme Zahl in der Finanzbuchhaltung. Das sagt die Kübliser Filialleiterin Petra Gerster, die neu Einsitz in die Geschäftsleitung nimmt. Durch dieses bewusste Setzen auf Führungskräfte aus den eigenen Reihen beweist das Unternehmen, dass das Stärken der kontinuierlichen, regional verankerten Entwicklung wirklich gelebt wird und nicht nur Augenwischerei für die Öffentlichkeit ist. Einen gewissen Kampfgeist habe er von seinem Onkel mitbekommen, erklärt Georg Gasser jun. mit einem Lächeln auf den Lippen. Dies braucht es auch, in einer Zeit, in der die Nachhaltigkeit von der Politik viel zu oft mit Füssen getreten wird. «Wir wollen stark auf die lokalen Anbieter setzen und nicht im Internet etwas erwerben und es teurer an unsere Kunden weiterverkaufen.» Da die Peripherie seinem Onkel auch immer viel bedeutet habe, habe man alles daran gesetzt, dass Küblis erhalten bleibe. Ob es eine Vergrösserung am seit 2010 bestehenden Standort geben wird, liessen die Verantwortlichen noch offen. Doch sicher ist, dass das Lebenswerk von Josias F. Gasser noch lange erhalten bleiben wird.
