Zwischen Büro und Eiskanal – Mara Morell hört auf
Mara Morell beendet ihre Karriere als Bob-Anschieberin. Nach zwei knapp verpassten Olympia-Teilnahmen und Jahren im Spagat zwischen Job und Spitzensport zieht sie einen Schlussstrich. Auf ihre Laufbahn blickt die bald 32-Jährige ehrlich, reflektiert und ohne Bitterkeit zurück.
Der Moment, der bleibt, ist keiner mit Medaille, sondern ein Gefühl. «Sicher die erste gute Bobfahrt », sagt Mara Morell und lächelt. Nicht die allererste, sondern jene im Januar 2020 im deutschen Königssee, «als Martina Fontanive und ich erstmals wirklich eine gute Fahrt hatten». Dieses Erlebnis habe sich eingebrannt. Und dann natürlich der Januar 2024 in St.Moritz: «Das erste Weltcup-Podest mit Melanie Hasler – das kommt mir immer wieder in den Sinn.» Solche Erinnerungen tragen eine Karriere. Dennoch stand am Ende ein Entscheid, der sich nicht an einem einzelnen Tag festmachen liess. «Vor dieser Saison dachte ich bereits über den Rücktritt nach», erzählt Mara Morell. Es sei ein Abwägen gewesen. Mit bald 32 Jahren, der Doppelbelastung zwischen Job – sie arbeitet als juristische Mitarbeiterin beim Amt für Volksschule und Sport – und Spitzensport sowie der Frage, ob sie «noch einmal vier Jahre für einen Olympia-Zyklus» investieren wolle. Die Tür liess Mara Morell bewusst offen. «Ich sagte mir: Schau dir die Saison an.» Auch, weil das Team stimmte: «Mit Debora Annen im Zweier und dem Team Annen war es sehr cool.» Wäre der Winter perfekt verlaufen, hätte sich die in Chur wohnhafte Schierserin vielleicht anders entschieden. «Wenn wir erfolgreicher gewesen wären – und vor allem, wenn ich die Chance auf Olympia gehabt hätte.» Eine schwierige Situation
