Entscheidungen haben Konsequenzen
Vor Kurzem bin ich im Internet auf eine Crowdfunding-Aktion von Michèle Binswanger gestossen. Sie hat sich entschieden, ein Buch über die «Zuger Landammann-Affäre » zu schreiben, und wird deshalb von Jolanda Spiess-Hegglin mit Anzeigen eingedeckt. Nun ersucht die Journalistin um finanzielle Unterstützung im «juristischen Kampf für die Medienfreiheit». Genau diese Haltung verstehe ich nicht. Denn wer sich für etwas entscheidet, muss auch die Konsequenzen tragen.
Es ist eine merkwürdige Erscheinung unserer Zeit: Viele Menschen haben das Gefühl, die Welt schulde ihnen etwas. Ich habe vor vielen Jahren gelernt, dass in der Arbeitswelt, im kulturellen Bereich und auch sonst niemand auf einen wartet. Man muss mit Biss und Überzeugung für die eigene Passion einstehen, wenn man etwas verändern will. Doch immer häufiger erlebe ich, dass Leute finden, die Gesellschaft müsse gar nicht erst überzeugt werden, sondern solle für die Entscheidungen einzelner Personen in die Bresche springen. Ich war immer der Überzeugung, dass eine Idee, die wirklich gut ist, am Ende auch irgendwie trägt. Deshalb habe ich grundsätzlich Mühe mit solchen Spendenaufrufen und mit der damit verbundenen Abwälzung von Konsequenzen. Wenn ich die Wichtigkeit eines Projekts spüre, ziehe ich es mit vollem Einsatz durch und käme nicht auf die Idee, dass Privatpersonen dafür sorgen sollten, dass es aufgeht. Und wenn es nicht funktioniert, ist es wichtig, auch loslassen und Ideen wieder ziehen lassen zu können.