Leckeres Dreierlei
Die Dreiheit kann sogar heilig sein, doch bereits im profanen Leben ergeben oft drei Dinge zusammen eine gute Ausgeglichenheit zwischen Harmonie und Spannung. Das gilt auch für das Kochen.
Ich habe ein Farbspiel, das ich schon ganz lange liebe: Mit Freunden oder alleine gehe ich mit offenen Augen durch die Welt und entdecke zwei Farben, die irgendwie langweilig miteinander sind. Das ist oft bei Häusern der Fall. Zum Beispiel eine schmutzig-hellgrüne Fassade und braune Fensterläden. Die Fassade behält ihre Farbe, die Fensterläden werden in einem kräftigen Blau gestrichen, und um die Dreiheit komplett zu machen, wird der Haussockel in einem etwas abgedeckten Hellblau gestrichen – wie schön das komische Grün dann wird! Genauso kann es auch auf dem Teller funktionieren, optisch und geschmacklich. Wir kennen die Zusammensetzung Fleisch, Gemüse sowie Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Reis. Eine wohlbekannte Dreiheit. Ich bleibe jetzt aber mal bei reinem Gemüse, um dem Rat «fünfmal Gemüse und Obst am Tag» zu folgen. Das ist gerade jetzt relevant, wo saisongerechtes Gemüse beginnen kann, langweilig zu werden, wir diese Nährstoffe aber dringend brauchen. Fangen wir mit den Grundlagen an, die eigentlich supereinfach sind. Ein Gemüse braucht (wenn es nicht gerade knackfrisch aus dem eigenen Garten kommt) Compagnons, damit seine Stärken herauskommen. Fett wirkt wie ein Geschmacksverstärker und sättigt, sowie etwas Würziges im weitesten Sinn gibt kleine Geschmacksüberraschungen auf der Zunge. Durch diese Dreiheit schmeckt ein Gemüse bereits echt lecker. Aber noch feiner wird es mit drei Gemüsen auf dem Teller, die sich in unterschiedlichen Dreiheiten suhlen. Ich bringe Beispiele, die Sie allerdings beliebig abändern können, solange Sie in der Dreiheit bleiben.