«Politik soll wieder zu den Menschen»
Mit ihm hat kaum jemand gerechnet, und doch ist der S-chanfer Reto Bott als politischer Aussenseiter kürzlich in den Wahlkampf um einen Regierungssitz eingestiegen. Der 23-Jährige will an bestehenden Strukturen rütteln und vor allem bei Politmuffeln und jungen Menschen punkten.
Dass sich der Nachwuchspolitiker direkt als Regierungsratskandidat aufstellen lässt und nicht etwa den Weg über den Grossrat geht, hat für ihn einen klaren Grund. Allerspätestens seit der Einführung des Proporzsystems im Jahr 2022 sei es für Parteilose praktisch unmöglich geworden, in den Grossen Rat gewählt zu werden. «Ich habe mich bewusst für die Regierungswahl im Majorzverfahren entschieden. Mein Projekt ist langfristiger angelegt und ich möchte die Bevölkerung direkt einbeziehen. Dafür bietet die Struktur des Grossrats einfach nicht den nötigen Spielraum», erklärt Bott. Er sei fest davon überzeugt, dass seine Chancen auf einen Regierungssitz als Unabhängiger grösser seien. Dafür habe Bott bereits einiges unternommen. «Ich möchte das Projekt anstossen und die sozialen Medien aktiv nutzen, um Leute einzubeziehen und den Kontakt zu den Gemeindepräsidenten wieder zu stärken. Viele Menschen haben sich von der Politik entfremdet. Ich möchte, dass die Politik wieder zu den Menschen geht.» Nichtwähler mobilisieren