Klark von Klimastiftung gefördert
Die Bündner Klark AG aus Landquart erhält Unterstützung der Klimastiftung Schweiz für ein Projekt, das das Potenzial hat, die Bauwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Im Rahmen der ersten Förderrunde 2026 gehört das Unternehmen zu den acht Schweizer KMU, die gemeinsam Fördermittel von insgesamt 1,084 Millionen Franken erhalten. Für Klark bedeutet dies einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Umsetzung einer Technologie, die CO2 nicht nur reduziert, sondern dauerhaft speichert.
Die Herausforderung ist enorm: Beton ist nach Wasser der meistgenutzte Stoff der Welt und bildet die Grundlage moderner Infrastruktur. Ob Wohngebäude, Brücken, Tunnel oder Industrieanlagen – ohne Beton wäre das heutige Bauwesen kaum denkbar. Gleichzeitig verursacht die Herstellung von Zement, einem zentralen Bestandteil von Beton, weltweit erhebliche Mengen an Treibhausgasen. Schätzungen zufolge ist die Zementindustrie für rund acht Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Die Erreichung der Klimaziele im Bausektor hängt deshalb entscheidend davon ab, neue Lösungen für eine nachhaltigere Betonproduktion zu entwickeln. Genau hier setzt Klark an. Das Unternehmen verfolgt einen innovativen Ansatz, bei dem Pflanzenkohle als Zusatzstoff für Beton eingesetzt wird. Pflanzenkohle entsteht durch die thermische Verarbeitung von Biomasse und besitzt die Fähigkeit, Kohlenstoff über sehr lange Zeiträume zu speichern. Wird sie dem Beton beigemischt, bleibt der gebundene Kohlenstoff dauerhaft im Baustoff eingeschlossen. Dadurch kann die Klimabilanz von Beton deutlich verbessert werden. Je nach Zusammensetzung und Einsatzbereich wird sogar die Herstellung von CO2-neutralem oder CO2-negativem Beton möglich. Mit der Unterstützung der Klimastiftung Schweiz plant Klark nun den Aufbau eines Produktionsstandorts in Landquart. Dort soll das Pflanzenkohle-Additiv künftig industriell hergestellt werden. Die neue Anlage bildet die Grundlage, um die Technologie in grösserem Umfang für die Bauindustrie verfügbar zu machen und den Übergang von der Entwicklungsphase zur breiten Markteinführung zu beschleunigen. Für Geschäftsführer Andreas Schefer steht dabei eine klare Vision im Zentrum. «Wir haben eine klare Mission. Beton vom Klimaproblem zur Klimalösung machen», erklärt er. Während in vielen Bereichen der Fokus auf der Reduktion von Emissionen liegt, verfolgt Klark einen zusätzlichen Ansatz: die aktive Speicherung von Kohlenstoff in Baumaterialien. Dadurch soll Beton nicht länger ausschliesslich als Emissionsquelle betrachtet werden, sondern künftig auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.