Nein-Trend bei SVP-Initiative
Die Nachhaltigkeitsinitiative hat deutlich an Zuspruch verloren. Gut zehn Tage vor den eidgenössischen Abstimmungen vom 14. Juni deutet vieles auf ein Nein zur Nachhaltigkeitsinitiative hin.
Nein-Lager legt deutlich zu
Wäre heute Abstimmungssonntag, würden 55 Prozent der Stimmberechtigten die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» ablehnen. 38 Prozent würden ein Ja einlegen, sieben Prozent sind noch unentschlossen. Damit hat das Nein-Lager seit Anfang Mai deutlich zugelegt, während die Zustimmung zur Initiative um sieben Prozentpunkte zurückging.Kein Ständemehr
Die Umfrage zeigt zudem, dass die Initiative in den meisten Kantonen derzeit keine Mehrheit erreichen würde. Besonders in urbanen Regionen und in der Westschweiz liegen die Ja-Anteile klar unter 50 Prozent.
Sorgen über Folgen der Initiative
Als wichtigste Gründe für eine Ablehnung nennen die Befragten die Befürchtung von Chaos sowie mögliche negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Auch Diskriminierungsängste spielen eine zunehmende Rolle.
Die Befürworterinnen und Befürworter begründen ihr Ja hingegen vor allem mit der Zuwanderung und dem Wunsch, das Bevölkerungswachstum zu begrenzen. Die Zuwanderungsfrage hat sich mittlerweile zum wichtigsten Zustimmungstreiber entwickelt.
Politische Gräben bleiben gross
Besonders stark bleibt die Unterstützung in der SVP-Wählerschaft. Dort sprechen sich 85 Prozent für die Initiative aus. Deutlich tiefer fällt die Zustimmung bei Anhängern von Mitte, FDP und insbesondere SP aus. In der SP wird die Vorlage nahezu geschlossen abgelehnt.
Ob sich der aktuelle Trend bis zum Abstimmungssonntag bestätigt, dürfte laut YouGov auch von der Mobilisierung in den letzten Tagen vor dem Urnengang abhängen.
