Wer trägt die Kosten des Wachstums?
Wachstum klingt nach Fortschritt. Doch jedes Wachstum hat einen Preis und die spannende Frage ist, wer ihn bezahlt. Genau darüber stimmen wir am 14. Juni ab.
Die Schweiz zählt Ende 2025 rund 9,1 Millionen Einwohner. Innerhalb von zwölf Jahren ist die Bevölkerung um eine Million gewachsen. Die Angebotsmieten sind in den letzten drei Jahren schweizweit um fast zehn Prozent gestiegen. Wer heute jung ist und eine bezahlbare Wohnung sucht, weiss, wovon die Rede ist. Könnten steigende Mieten, verstopfte Strassen und überfüllte Züge etwas mit dem Tempo dieses Wachstums zu tun haben? Seit Einführung der Personenfreizügigkeit sind rund 1,5 Millionen Menschen zusätzlich in die Schweiz gezogen, Jahr für Jahr kommen netto gegen 100000 dazu. Und trotzdem ist seit Jahren unverändert vom akuten Fachkräftemangel die Rede. Da frage ich mich: Könnte es sein, dass unter den Einwanderern gar nicht alle dringend benötigte Fachkräfte sind? Oder anders gefragt: Müssten wir die Einwanderung möglicherweise doch wieder steuern, damit eben genau die Fachkräfte kommen, die wir brauchen? Der Bundesrat prophezeite im Abstimmungsbüchlein zum ersten bilateralen Paket, dass jährlich maximal 10000 EU-Angehörige in die Schweiz ziehen würden. Tatsächlich wurden es ein Vielfaches. Selbst mit der Initiative dürften weiterhin rund 40000 Personen pro Jahr kommen – das Vierfache der einst versprochenen Zahl. Ist es da nicht übertrieben, von Chaos und geschlossenen Grenzen zu sprechen? Und noch zur eingangs gestellten Frage: Wer trägt die Rechnung für ein Wachstum, das niemand steuert? Es sind selten jene, die genug Boden und Immobilien besitzen. Es sind die jungen Familien auf Wohnungssuche, die Pendlerinnen, die Mieter. Die Antwort zur Vorlage überlasse ich Ihnen. Aber vielleicht lohnt es sich, am 14. Juni nicht nur zu fragen, wie viele wir sein wollen, sondern auch, wer den Preis dafür zahlt.