Bienensterben: Vorschriften wurden eingehalten
Analysen eines externen Labors haben bestätigt: Das Bienensterben Anfang Juli in Landquart wurde durch das Pflanzenschutzmittel Spinosad verursacht. Betroffen waren insgesamt 47 Bienenvölker – 37 des Plantahofs und zehn eines benachbarten Imkers. Trotz der Vergiftung überlebten alle Völker, mussten jedoch aufwendig gepflegt und mit Zuckerwasser unterstützt werden.
Der Vorfall ereignete sich am 6. Juli und löste umfangreiche Untersuchungen der zuständigen kantonalen Behörden aus. Die Laborresultate zeigen, dass die Bienen mit Spinosad in Kontakt kamen. Der Wirkstoff gilt als natürliches Insektizid, wird im Obst- und Gemüsebau eingesetzt und ist auch im biologischen Landbau zugelassen. Für Bienen ist er jedoch hochgiftig und darf deshalb ausschliesslich nachts ausgebracht werden.
Nach Angaben des Plantahofs wurden bei der Anwendung keine Verstösse gegen die geltenden Vorschriften festgestellt. Als Ursache gilt vielmehr das Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Dazu zählen die Nähe behandelter Kulturen zu den Bienenständen sowie die sommerliche Hitze, welche die Flugzeit der Bienen verlängerte.
Um Rückstände in Honig, Pollen und Wachs zu verhindern, wurden sämtliche belasteten Waben, Futtervorräte und Brut entfernt und entsorgt. Dadurch fällt die Honigernte deutlich geringer aus. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig in die Ausbildung von Landwirten und Imkern einfliessen. Plantahof-Direktor Peter Vincenz erklärte, der Fall zeige, wie sensibel der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sei. Die Erfahrungen fliessen weiter ein!
