Wenn der eigene Weg zur besten Rolle wird
Petra Auer wusste schon früh, dass sie Schauspielerin werden wollte. Der Weg von Grüsch auf die Bühne und vor die Kamera verlief trotzdem alles andere als geradlinig. Heute ist sie Schauspielerin, Moderatorin, Sprecherin, Filmemacherin
Schon als Kind scheint für Petra Auer klar gewesen zu sein, wohin die Reise gehen soll. Aufgewachsen ist sie in Grüsch, wo die Menschen früh mitbekamen, was sie beschäftigte. Sie habe «das ganze Quartier genervt», erzählt sie lachend, weil sie immer wieder Theater gemacht und die Leute dafür zusammengetrommelt habe. «Für mich war eigentlich klar, dass ich das möchte.» Ganz so direkt führte der Weg auf die Bühne allerdings nicht. Ihre Eltern stellten eine Bedingung: Zuerst sollte die Tochter etwas «Vernünftiges» lernen. Auer absolvierte deshalb eine kaufmännische Ausbildung. Heute ist sie dafür dankbar. Das KV habe sich später als nützlich erwiesen, besonders, als sie sich selbstständig machte. Nach dem KV arbeitete Auer noch bei der ÖKK und begann gleichzeitig, Aufnahmeprüfungen an Schauspielschulen zu machen. Eine Erfahrung aus Leipzig ist ihr besonders geblieben. Sie war 20 Jahre alt. Bei der Aufnahmeprüfung habe man ihr sinngemäss beschieden: «Ich sehe, Sie sind 20. Das ist leider schon fast zu alt.» Auer erinnert sich: «Ich stand dort und dachte: Was? Jetzt ist alles vorbei?» Heute kann sie darüber lachen. Gleichzeitig begleitet sie die Frage des Alters bis heute. «Ich finde es krass, wie oft einem das als Frau gezeigt wird, wenn man in Richtung Schauspiel geht.» Während Männer über viele Lebensphasen interessante Rollen angeboten bekämen, gebe es bei Frauen Altersabschnitte mit deutlich weniger Angeboten. Auer nimmt es inzwischen gelassen. «Vielleicht bin ich dann die erfolgreichste Grossmutter. Wer weiss?» Nach der Schauspielschule war Auer in Los Angeles, bekam dann eine Moderation bei einer Jugendsendung und merkte bald: Eigentlich will sie auf die Bühne oder zum Film. Also ging sie nach Berlin. Es folgten Engagements und kleinere Rollen in Fernsehproduktionen. Aber der grosse Durchbruch blieb aus. «Es hat einfach nie so wirklich die Tür aufgemacht», sagt sie. Es gab Nebenrollen, Drehtage, Castings und dazwischen das Warten.