Starlink-Lichterkette am Morgenhimmel
Wer am frühen Morgen des 27. September 2026 kurz nach halb sechs zum Himmel blickte, konnte ein ungewöhnliches Schauspiel beobachten: Viele Lichtpunkte zogen wie an einer Schnur aufgereiht über das Firmament. Hinter der vermeintlichen Lichterkette stecken Satelliten des Starlink-Netzwerks, das zum Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk gehört.
Solche Formationen entstehen nach einem Raketenstart. Die neu ausgesetzten Satelliten bewegen sich zunächst in geringem Abstand hintereinander. Von der Erde aus wirken sie deshalb wie eine lange, gleichmässig wandernde Kette. Ihr Licht erzeugen sie nicht selbst: Sichtbar werden sie, weil ihre Oberflächen Sonnenlicht reflektieren. Besonders eindrücklich ist der Anblick in der Dämmerung, wenn es am Boden bereits dunkel ist, die Satelliten in ihrer Umlaufbahn aber noch von der Sonne angestrahlt werden.
Die Erscheinung ist nur vorübergehend. Mithilfe eigener Antriebe verändern die Satelliten nach dem Aussetzen ihre Positionen und verteilen sich auf ihre vorgesehenen Umlaufbahnen. Dadurch wächst ihr Abstand, und die auffällige Kette löst sich allmählich auf.
Starlink soll Internetverbindungen auch dort ermöglichen, wo herkömmliche Netze fehlen oder nur eingeschränkt verfügbar sind. Dafür betreibt SpaceX bereits Tausende Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen und bringt regelmässig weitere ins All. Für Beobachtende bleibt eine frisch gestartete Gruppe ein besonderer Anblick: eine Reihe heller Punkte, die lautlos über den Himmel zieht.
Text/Foto: Erica Hartmann