«Eine Verzögerung nehmen wir in Kauf»
Die Gemeinde Fideris hat Einsprache gegen das Auflageprojekt für die neue Linienführung zwischen Fideris und Küblis erhoben. Gemeindepräsident Luca Giger sieht Risiken beim Wasser, beklagt den Verlust von Gewerbe- und Kulturland und fordert Nachbesserungen beim Veloweg. Die Rhätische Bahn verteidigt das Projekt, schliesst Verzögerungen aber nicht aus.
In Fideris stehen die Bauprofile für das letzte grosse Verkehrsprojekt im Prättigau. Bis 2037 erneuern Bund, Kanton und Rhätische Bahn (RhB) die Verkehrswege zwischen Jenaz und Dalvazza von Grund auf. Herzstück ist der 1377 Meter lange, einspurige Fiderisertunnel, der die Bahn aus dem engen Talboden holt. Sieben Brücken für Bahn und Strasse werden neu gebaut oder ersetzt. Statt mit Tempo 45 fahren die Züge künftig mit bis zu 120 km/h und sparen über zwei Minuten. Die Nationalstrasse 28 wird begradigt und lässt durchgehend Tempo 80 zu, Transit- und Lokalverkehr werden getrennt. Die Gesamtkosten betragen 467,5 Millionen Franken. Der Bund übernimmt das Bahnprojekt vollständig und 92 Prozent der Strassenkosten, beim Kanton bleiben rund 13,5 Millionen. Ende Mai ging das Baugesuch ans Bundesamt für Verkehr (BAV), vom 4.September bis zum 4.Oktober lag das Projekt öffentlich auf. 2028 soll der Tunnelbau beginnen, 2034 der erste Zug hindurchfahren, 2037 die neue Strasse eingeweiht werden.