Ein Leben im Rhythmus des Tanzes
Was 1985 in Schiers mit einer Handvoll Kindern und sieben Franken pro Ballettlektion begann, entwickelte sich zu einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte. Ursula Luginbühl brachte Generationen von Kindern und Jugendlichen im Prättigau und in Landquart das Tanzen näher. Im Podcast «Lebenslinien » blickt die 81-Jährige auf ihre Anfänge zurück und erzählt, weshalb Tanzen für sie weit mehr ist als die Beherrschung von Schritten und Figuren.
Ein vergilbter Zeitungsausschnitt aus dem Jahr 1985 liegt auf dem Tisch. «Tanzen mit Ballett » steht über einem Artikel der Musikschule Prättigau. Angesprochen werden Knaben und Mädchen zwischen sechs und acht Jahren. Eine Lektion kostet sieben Franken. Die Lehrerin heisst Ursula Luginbühl. Vier Jahrzehnte später sitzt sie in ihrer Wohnung inSchiers und erinnert sich an die Anfänge einer Tätigkeit, die ihr Leben entscheidend prägen sollte. Dass sie ausgerechnet im Prättigau zur Ballettlehrerin wurde, war keineswegs geplant. Nach einer Scheidung stand die vierfache Mutter vor der Frage, wie es weitergehen sollte. Ihre Mutter fand für sie eine Wohnung in Schiers – jene Wohnung, in der sie bis heute lebt. Um etwas Geld zu verdienen, arbeitete Luginbühl zunächst über Mittag in einem Restaurant. Dort begegnete sie Jürg Brüesch, dem damaligen Leiter der Musikschule Prättigau. Im Gespräch erwähnte sie ihre langjährige Erfahrung im Ballett. Brüesch reagierte unkompliziert und ermutigte sie, an der Musikschule Tanzunterricht anzubieten.