Biodiversitätsstrategie zeigt Wirkung im ganzen Kanton
Foto: Peter Grischott
Aktuell, Graubünden
26. Juni 2026

Biodiversitätsstrategie zeigt Wirkung im ganzen Kanton

Ein Jahr nach dem Start der Umsetzung zeigt die Biodiversitätsstrategie Graubünden konkrete Wirkung: Im ganzen Kanton entstehen Projekte, Lebensräume werden aufgewertet und neue Partnerschaften aufgebaut. Die Strategie wird getragen von einem breiten Netzwerk engagierter Akteure, die Eigenverantwortung übernehmen und gemeinsam das Naturkapital des Kantons stärken.

Ein Jahr nach dem offiziellen Start der Umsetzung zieht der Kanton Graubünden eine erste Bilanz: Die Biodiversitätsstrategie hat 2025 Fahrt aufgenommen. «Wir stehen nicht mehr in der Planungsphase, sondern mitten in der Umsetzung – mit sichtbaren Projekten in Regionen und Gemeinden», sagt Remo Fehr, Leiter des federführenden Amts für Natur und Umwelt.

Konkrete Resultate im ersten Jahr
Der heute präsentierte Jahresbericht zeigt: 26 von 28 Massnahmen sind gestartet, zwei weitere in Vorbereitung. Die präsentierten Beispiele reichen vom Misox, wo neue Weiher seltenen Amphibien wieder Lebensraum geben, bis zum Glaspass, wo ein Moor gezielt regeneriert und dessen Bewirtschaftung vereinfacht wird. Auch die Pflege artenreicher Trockenwiesen, die Eindämmung invasiver Pflanzenarten sowie die neu geschaffene Verfügbarkeit von gebietseigenem Saatgut in sieben Teilregionen verdeutlichen: Wirkung entsteht dort, wo konkret gearbeitet wird.

Für Projektleiter Luis Lietha ist entscheidend, was hinter diesen Zahlen steht: «Die Biodiversitätsstrategie ist kein Papiertiger, sondern ein wachsendes Netzwerk von Menschen und Projekten, die Graubündens Naturkapital Schritt für Schritt stärken.» Beispielsweise beteiligen sich 30 Landwirtschaftsbetriebe am Pilotprojekt «Biodiversitätsbetriebe».

Gemeinsam für das Naturkapital
Entscheidend für den Erfolg ist die Zusammenarbeit über Sektoren hinweg. Kantonale Fachstellen, Gemeinden, Landwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft und engagierte Menschen vor Ort vernetzen ihr Wissen und bündeln ihre Kräfte zunehmend. Regierungsrat Jon Domenic Parolini betont die grundsätzliche Bedeutung dieses Ansatzes: «Biodiversität ist Naturkapital – ebenso real wie Strassen oder Schulen. Wer heute sorgsam damit umgeht, sichert den nächsten Bündner Generationen die Möglichkeit, mit den Auswirkungen des Klimawandels und anderen Veränderungen besser umzugehen.»

Diese Perspektive prägt den «Bündner Weg»: Lösungen werden gemeinsam entwickelt, breit abgestützt und praxisnah umgesetzt. Gerade das Pilotprojekt Biodiversitätsbetriebe in der Landwirtschaft sowie das Projekt gegen die Vergandung zeigen, dass Kooperation und Eigenverantwortung zentrale Hebel sind. Auch für Remo Fehr ist klar, worauf es ankommt: «Je komplexer die Herausforderungen werden, desto wichtiger ist es, dass wir uns auf das Machbare konzentrieren – und dieses gemeinsam tun.»

Vom Aufbau zur Verankerung
Das erste Jahr war geprägt vom Aufbau: Zuständigkeiten klären, Abläufe etablieren, Projekte starten. Gleichzeitig zeigte sich, wie viel entsteht, wenn unterschiedliche Fachbereiche zusammenarbeiten. «2025 erinnerte in vielem an ein Start-up», sagt Lietha. «Vieles geschieht unspektakulär im Hintergrund, aber genau das ermöglicht, dass Projekte überhaupt Wirkung entfalten.» Die begonnenen Massnahmen werden nun konsolidiert und weitere Projekte gestartet. Ziel ist es, das Zusammenspiel aller Beteiligten weiter zu stärken und die Eigenverantwortung aller für die Biodiversität noch besser zu verankern.

«Die Biodiversitätsstrategie ist kein Endpunkt», sagt Regierungsrat Parolini. «Sie ist eine Einladung, die Zukunft unseres Naturkapitals gemeinsam in die Hand zu nehmen.» Der Jahresbericht zeigt: Graubünden ist auf diesem Weg gut unterwegs. Die Grundlagen sind gelegt, erste Resultate sichtbar. Jetzt geht es darum, dranzubleiben – gemeinsam Schritt für Schritt.

Text: staka

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