Berufskraut: Essen statt aufwendig vernichten
Da kriegt man gleich Hunger.
Prättigau, Region
11. Juli 2026
Prättigau

Berufskraut: Essen statt aufwendig vernichten

Es gibt invasive Pflanzen, die wir mit Argwohn beäugen, weil sie schlechtgemacht werden. Sie verdrängen Vielfalt. Das Problem lässt sich mit Fantasie angehen: essen statt ausreissen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Hier stelle ich die italienische Farinata vor.

Text/Fotos: Sara Smidt  

Immer wieder ist von Eindringlingen die Rede. Von Neophyten. Das sind Pflanzen, die gebietsfremd sind. Die meisten sind harmlos oder sogar nützlich wie die Kartoffel, aber 10% verhalten sich invasiv, verbreiten sich also schnell und verdrängen die einheimische Artenvielfalt. Mit viel Aufwand starten Kantone und Gemeinden Programme zum Ausreissen. Für manche gibt es allerdings eine echt raffinierte Lösung: aufessen! Invasiv ist auch eine Pflanze, die aussieht, wie ganz viele Riesengänseblümchen an einem Stängel. Ihr schöner Name ist Feinstrahl, benannt nach den feinen strahlenförmigen Blütenblättern. Bekannter ist die Pflanze unter Einjähriges Berufskraut (Erigeron annus, es gibt noch viele andere Berufskräuter). Mit welchem Beruf hat es wohl zu tun? Woher kommt der Name? Berufen bedeutete früher (im Mittelalter: beruofen) so viel wie verzaubern oder durch den bösen Blick verhexen. Dagegen hilft dann das Berufskraut – in die Wiege gelegt, in den Stall gehängt oder dort, wo es am meisten gebraucht wurde als Sud aufgetragen. Ob es auch innerlich wirkt?

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